Frank Castorf will Stück von Erdoğan inszenieren (Aprilscherz)
Daniel Cobb
Published Apr 14, 2026
Wider die Konsenskultur
Berlin, 1. April 2016. Frank Castorf will an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Anfang Mai das 1975 uraufgeführte Stück "Mas-Kom-Yah" des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zur deutschen Erstaufführung bringen. Das geht aus einer Presseaussendung der Volksbühne hervor. Mit Erdoğans Stück solle die "Schwarze Serie" enden, in der derzeit kleinere Arbeiten in dem für diese Spielzeit entworfenen letzten Bühnenraum Bert Neumanns gezeigt werden.
Nebenberuf Dichter: Erdoğan
© Wikipedia/kremlin.ruFrank Castorf lässt sich in der Presseaussendung mit den Worten zitieren: "Ich will mit Erdoğans Stück gegen die herrschende Konsenskultur aninszenieren, die in Deutschland wie ein Fetisch hochgehalten wird. Ich muss nicht auf Erdoğans Seite stehen, wenn ich sein Stück spiele, und vielleicht ist Erdoğan nicht einmal ein besonders intelligenter oder angenehmer Mensch." Erdogan lebe den "Widerstand gegen alles Mittelmäßige und Behäbige", er stehe "quer zur meterhoch aufgetürmten Wohlfühlwand der sogenannten Wertegemeinschaft". Das "macht auch sein Stück 'Mas-Kom-Yah' so interessant", so Castorf.
Der Intendant der Volksbühne hat für die Inszenierung des Stücks bereits finanzielle Mittel der Bundeskulturstiftung zugesagt bekommen. Derweil zeigte sich das Auswärtige Amt auf Nachfrage von nachtkritik.de alarmiert. Staatsminister Michael Roth ließ mitteilen, dass man prüfe, ob hier nicht die Kunstfreiheit missbraucht würde. Er wird Frank Castorf zu einem klärenden Gespräch einbestellen, zu dem auch der türkische Botschafter geladen sein soll.
(wb / chr)
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